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Kriminalität in der Wirtschaft

Wirtschaftskriminalität gehört zum Wirtschaftsleben - nicht zwangsläufig zu einem bestimmten Wirtschaftssystem. Sie richtet den vergleichsweise höchsten finanziellen Schaden an. Wirtschaftskriminalität ist davon geprägt, dass sie in weiten Teilen strafrechtlich schwer zu erfassen ist.

Definition

Eine allgemein anerkannte Definition dessen, was Wirtschaftskriminalität ist, gibt es in Deutschland nicht. Orientierung bietet der Katalog des § 74c des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG), in dem die Zuständigkeit der Wirtschaftsstrafkammern geregelt ist. Diese Zuständigkeitsregelung gründet jedoch vor allem darauf, dass in den aufgezählten Bereichen besondere Kenntnisse des Wirtschaftslebens erforderlich sind.

Gemein ist den wirtschaftskriminellen Verhaltensweisen vielmehr der wirtschaftliche Bezug und die potentiell sozialschädliche Art. Daher fallen nicht nur Straftaten innerhalb und außerhalb des Strafgesetzbuches (StGB), sondern auch Ordnungswidrigkeiten unter die Wirtschaftskriminalität.

Betroffen können Privatpersonen, Unternehmen oder der Staat sein.

Zur Wirtschaftskriminalität gezählt werden beispielsweise

Bestechlichkeit/Bestechung im Geschäftsverkehr und Absprachen bei Ausschreibungen

Ein typisches Delikt in der der Wirtschaft ist die Bestechlichkeit und die Bestechung im geschäftlichen Verkehr, § 299 StGB.

Bei der Bestechlichkeit kommen als Täter in Betracht Angestellte und Beauftragte eines Unternehmens, also solche Personen, die für einen Betrieb tätig werden, ohne dessen Inhaber zu sein. Handelt der Unternehmer selber, dann kommt der Tatbestand der aktiven Bestechung und daneben insbesondere der Untreue in den Prüfbereich. Die Handlungen müssen im Geschäftsverkehr erfolgt sein, d.h. es muss ein Wettbewerbszweck vorliegen, nach dem es dem Täter darauf ankommt, einen Vorteil als Gegenleistung für sein Geben zu erfahren.

Das große Gebiet der Ausschreibung zur Auftragsvergabe (§ 298 StGB) zählt zu den Felder, auf denen Korruption eine besonderes verheerende Wirkung aufzeigt. Kriminelles Zusammenwirken von Anbietern ist hier ebenso anzutreffen, wie skrupellose Handlungen auf Seiten der ausschreibenden Stellen.

Die Liste der Begleitdelikte ist lang. Sie reicht über Nötigung, Erpressung, Missbrauch bis hin zur Geldwäsche und zur Verschleierung durch politische Einflussnahmen.

Wichtig ist bei Maßnahmen zur Verhütung korruptiver Entwicklung und Entfaltung eine funktionierende Verknüpfung privater und öffentlicher Stellen und vor allem das Vertrauen der potentiellen Opfer und der Täter (Geber/Nehmer), die häufig in einer Struktur unvermeidbarer Kohärenz aufeinandertreffen. Es fehlt das Wissen um sog. Exit-Strategien und Verhaltensmuster, die es einem ermöglichen, ein Tatumfeld zu verlassen.

In der Festschrift "Gute Beispiele setzen schlechte Sitten ins Unrecht" veröffentlicht PRO HONORE drei Aufsätze und zwei Referate zum Thema Wirtschaftskriminalität.

Sie erfahren dort mehr über die vielfältigen Begehungsformen der Wirtschaftskriminalität und können sich in die Untiefen und Varianten des Themas hineinversetzen, insbesondere zur Korruption und zum Kettensystemschwindel, dessen wunderbare "Plausibilität" nicht zuletzt von Finanz- und Anlagebetrügern bis zum "Platzen der Blase" im Jahr 2008 in gigantischem Ausmaße Verwendung fand. Dass es so manches wirklich gibt, können viele nicht glauben - bis die Realität Platz greift.